Lustiges Netzkultur

Ode an die Webdesignerin

Vorwort von XWolf (Wolfgang Wiese)

Folgendes Gedicht schrieb Raimo Potas am 8. August 2000 auf dem SelfHTML-Forum über eine mir unbekannte Webdesignerin. Ich finde das Gedicht ist so nah an der Realität (ich wette jedenfalls, meine Freundin wird dem zustimmen!) und so ergreifend, daß es nicht einfach in irgendein Archiv wandern soll.
Vielen Dank an Raimo für die Erlaubnis, es hier nochmals zu veröffentlichen!

Ode an die Webdesignerin

Wer findet so spät noch nicht ins Bett??
Es ist die Daniela, sie knobelt am Web.
In der Hand hält sie ganz fest die Maus,
auf der Straße geht schon die Beleuchtung aus.

Sie knobelt an einem neuen Design,
das soll der Kern ihrer neuen Homepage sein.

Die Entscheidung ist schwierig: Nehme ich Frames oder nicht ?
Fallen Vor- oder Nachteile mehr ins Gewicht ?

Farben und Schrift sollte man wohl überdenken,
soll der Anwender sich nicht den Hals verrenken.

So sind bunte Buchstaben sehr von Übel.
Da tränen die Augen wie beim Schneiden der Zwiebel.
Auch die Größe der Schrift will wohl überlegt sein,
braucht der Surfer ’ne Brille, dann ist sie zu klein.

Die Struktur der Seiten muß klar ersichtlich,
verläuft sich der Surfer, dann war’s wohl nicht richtig.

Ein Menü und die Sitemap mit allen Verweisen,
sie zeigen dem Surfer die Richtung der Reisen.

Und verläuft sich der Surfer in all seinem Eifer,
dann hilft ein Home-Button ganz enorm weiter.

Scripting und Cookies sind Tüpfel aufs i,
ob sie funktionieren weiß man jedoch nie.
Manch Surfer ist lieber ohne im Web,
wenn wir nicht dran denken, dann ist es nicht nett.

Er könnte die Seite nicht richtig sehen.
Er würde fluchen und ganz schnell gehen.
Drum lieber Designer: Gebe acht,
und nutze solch Features mit Bedacht.

Ein Feedback vom Surfer, ist immer willkommen,
doch ohne E-Mail wird ihm die Chance genommen.

Ein Gästebuch hat auch was für sich:
Es macht die Lobpreisungen öffentlich ;-)
Kritik darin ist manchmal schwer zu verdauen,
drum sollte man jeden Eintrag anschauen.

Doch wir sollten Kritik nicht gänzlich vergessen,
so kann sie doch helfen, die Page zu verbessern.

Und so grübelt Daniela die ganze Nacht,
doch im Morgengrauen ist das Werk vollbracht.
Jetzt noch auf den Server und ins World Wide Web,
Dann ist es geschafft, dann gehts ab ins Bett.

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