Piraten Politik Webworking

Kommentar zum Orgastreik (Nachtrag)

Bemerkungen zum Orgastreik von einem der Beteiligten (Nachtrag und Kopie aus den Kommentaren zu einem Beitrag auf piratenpartei.de):

Ohne all zu viel darüber hier schreiben zu wollen, ein paar Hintergrundinformationen:
Hätte es den Streik nicht gegeben, wären stattdessen 1/3 bis 1/2 der Beteiligten in den Tagen vor und nach den Streik gegangen. Viele Ehrenamtliche hatten zuvor (und im Stillen) bereits mehrfach versucht ihre Sorgen und insbesondere auch fachliche Bedenken bei internen Entscheidungen zur Organisation des damaligen Bundesvorstands anzubringen.
Statt dass auf die Ehrenämtler, die teilweise seit Jahren da waren und alles in ihrer Freizeit hoch professionell am laufen hielten, eingegangen wurden, wurden diese jedoch von Teilen des Bundesvorstandes und deren eingesetzten Beauftragten als unwichtig und ersetzbar abgetan: Wer Probleme machte, könne ja binnen 2 Wochen durch eine bezahlte Kraft ersetzt werden.
Hinzu kam die politische Agendasetzung des ehemaligen Bundesvorstands:
Auch Ehrenämtler sind aber Teil der Piratenpartei, Mitglieder und damit auch Leute die eben ebenfalls eine politische Meinung haben. Nicht gewählte Vertreter von kontroversen Meinungen wurden durch den Bundesvorstand geschützt, bzw. ihnen und ihren Wünschen wurde Gehör geschenkt und Raum in Meldungen und Statements gegeben. Den Ehrenämtler dagegen nicht.

Der Orgastreik wurde daher als letzte und einzige Möglichkeit eingebracht.
Quasi als Signal an viele derjenigen, die schon ihr Austrittsschreiben fertig hatten: Leute, geht noch nicht. Lasst uns wenigstens noch einen Schuss vor dem Bug setzen. Wenn der nicht klappt, wenn der nicht wirkt, dann seit nicht nur ihr weg, sondern wir gehen zusammen.

Der Orgastreik war letztlich aber erfolgreich:

Er sorgte für ein Schock bei den betreffenden Vorstandsmitgliedern; Aber auch viel mehr bei den eher extremen Elementen der Partei, die bisher nur die Arbeit dieser Ehrenämtler nutzten und nun einsehen mussten, dass die lieb gewonnenen Vorteile einen Wert hatten (Und Kosten mit sich brachten – nämlich erst mal Respekt und Anerkennung derjenigen die was tun und zum zweiten die Anerkenntnis, das auch die stillen aktiven Ehrenämtler keine willenlosen Sklaven, sondern ebenfalls gleichberechtigte Piraten mit politischen Meinungen sind.).

Es gibt einige Leute die mit einem Kodex der IT daherkommen und nun behaupten, dass die Streikenden gegen diesen Kodex verstoßen hätte.
Das Gegenteil ist der Fall:

Die Systeme und die Wartung dieser durch Ehrenämtler wurden durch fehlerhafte “Managemententscheidungen” gefährdet.

In solchen Fällen muss jeder verantwortungsbewusste Admin handeln. Die Gefahr bestand konkret darin, dass die Partei damals binnen 2 Wochen nicht mehr handlungsfähig gewesen wäre. Sowohl auf dem Gebiet der IT, als auch der Verwaltung. Unbetreute IT-Systeme sind sehr schnell Opfer von Angriffen oder Störungen.
Übrigens: Am Sonntag nach dem Streik gab es tatsächlich auch eine Störung der Mailsysteme, die unabhängig davon auftrat. Wer hat das Problem behoben? genau, die Orgastreiker. Während gleichzeitig der empörte, extreme Mob forderte, dieselbe Leute in die persönliche Insolvenz zu klagen.
Aber auch das wäre nicht möglich gewesen, da Anwälte Geld wollen. Ohne die betreffenden Ehrenämtler in der Finanzbuchhaltung allerdings…

Nochmal: Der Streik hat einen Großteil derjenigen, welche die Partei überhaupt am Leben halten, davon abgehalten zu gehen.

Ein weiteres (gezielt gestreutes?) Märchen um den Streik ist, dass kritische Systeme abgeschaltet wurden. Dies ist natürlich gelogen. Betroffen war nur das Wiki und die Pads. Die Pads waren nur wenige Stunden betroffen. Für das Wiki wurde eine statische Alternativvariante angeboten.
Gerade Wiki und Pads sind täglich Angriffspunkte von Vandalismus und Missbrauch. Benötigen daher andauernder Moderation. Ein schneller Blick ins Steuerrad vom Wiki belegt dies.
Wenn die Ehrenämtler weg gewesen wären anstelle zu streiken und der BuVo keinen Ersatz für die Admins und Moderatoren hätte finden können, dann müssten diese Systeme aus rechtlichen Gründen bzw. aus Schutz gegen Angriffe ebenfalls offline gestellt werden müssen.

Die durch veraltete Gesetze verursachte Rechtsprechung kennt da in vielen urteilen auch kein Pardon: Systeme wie Wikis, Foren oder Pads verursachen eine rechtliche Haftung des Betreibers. Wenn der Betreiber keine Moderation oder Betreuung leisten kann, dann muss er abschalten…

Und nun stelle man sich vor was in diesem Szenario gewesen wär: Die Admins verkünden offiziell sie sind XX Tage nicht da. Was wäre dann wohl auf dem Wiki und den Pads abgegangen? Und ich meine damit nicht nur Posts von empörten Leuten, sondern Dritte, die so was gezielt ausnutzen.

Nein, wer hier von dem Kodex oder Verantwortung schreibt, die von den Ehrenämtler nicht eingehalten wurde, der weiß einfach nicht worum es geht.
Vielleicht sollten solche Leute lieber mal weniger schreiben und twittern, sondern einfach mal für eine längere Zeit selbst aktiv mit arbeiten.

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