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Kommentar zur Facebook-Debatte

Es gibt immer mal wieder Debatten und Forderungen, dass man Facebook oder andere Social Media Plattformen nicht nutzen solle, weil dort Daten missbraucht werden. Ich denke, diesen Forderungen liegt eine wesentlich falsche Auffassung vom Internet zugrunde.

Alles was man im Internet schreibt, speichert oder ablegt, kann und wird von anderen gelesen, gespeichert, remixt und weitergegeben werden. Das liegt in der Natur des Internets. Das ist Grundlage der Existenz des Netzes, es schafft neues Wissen, Kunst, Kultur und Moral.
Das vermeintliche Recht auf Vergessen ist in diesem lebenden Netz eine Fehlerquelle, die früher oder später wieder deroutet wird.
Es spielt gar keine Rolle, auf welcher Plattform man sich da nun bewegt. Das obige gilt für alle offenen Plattformen. Es gilt meines Erachtens auch für Webserver und deren Logfiles. Ja selbst für die IP-Adressen und Browser-Fingerprints.
Letztlich empfehle ich auch all jenen, die mit oberlehrerhaften Mahnung die Nutzung von Facebook und co. anprangern einmal folgenden Text eines Jugendlichen:
Früher waren wir bei Facebook unter uns. Doch seitdem auch Eltern und andere Verwandte es für sich entdeckt haben, teilen wir Bilder von der letzten Party nicht mehr gern in unserer Timeline. Auch weniger verfängliche Dinge posten wir nicht – einfach nur, weil wir wissen, dass unsere Eltern es sehen könnten.

Es wäre auf der Linie der Altparteien das was man nicht kontrollieren kann, zu verbieten. Wer Präsenz auf Facebook verbietet kann sich auch vom Internet verabschieden und vertritt kein Netizen mehr. Ich verbiete doch auch Menschen kein Online Banking oder halte diesen moralisch geprägte Predigten, weil die Banken Deals mit der Schufa AG machen. Genauso wenig würde eine Partei oder eine Organisation auf die Idee kommen, keine Bankkonten mehr zu führen.

Wogegen allerdings vorzugehen wäre, sind die Datendealer bzw. der Datenhandel. Dadurch, dass ich einer Plattform -oder eben meiner Bank- die Erlaubnis erteile, meine Daten zu Prüf- oder Informationszwecken zu nutzen, sollte nicht auch die Erlaubnis erwachsen können, dass Datenhändler fast ungehemmt eben solche Daten an weitere Parteien weiter verkaufen ohne dass ich davon erfahre. Dagegen wäre vorzugehen.

Meine Forderung und meine Meinung ist und bleibt: Unbeschränkte Freiheit für das Netz und für dessen Daten. Kontrolle jedoch für die Datenweitergabe an und durch Dritte.

Dies kann meines Erachtens durch eine „Userdata-Lizenz“ geschehen. Wie auch beim Urheberrecht auf kreative Werke, sollte es ein automatisch wirksames und nicht ablaufbares Datenrecht auf persönliche Daten geben. Dieses Datenrecht soll es ermöglichen, dass Menschen selbst über die Weitergabe an Dritte bestimmen und auch daran Lizenzgebühren geltend machen können.

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