Kommentar

Gegen Software-Patente

Aktueller Hinweis

Im September findet in Brüssel eine Abstimmung zur Einfuehrung von Softwarepatenten statt.
Hierbei sollen, nach amerikanischen Vorbild, Methoden der Softwareprogrammierung patentierbar gemacht werden.

Sollte dieses durchkommen, hätte dies weitreichenden folgende nicht nur für eine Unmenge von kleinen Softwareschmieden, sondern auch fuer Internetprogrammierung, OpenSource und damit auch Netzkultur.
Auch die Autoren dieser Site wären massiv bedroht.

Beispielsweise gibt es in der Tat ein Patent (von Amazon), das sogenannte One-Click-Verfahren. Das ist ein Verfahren auf den eigentlich jeder Shop-Betreiber in mehr oder weniger kurzer Zeit kommt: Nämlich: Kunden die wiederkommen, werden erkannt und koennen gleich bestellen ohne noch wieder ihre Zugangsdaten und co. einzugeben.
Im Prinzip nutzen sehr viele freie Internet-Foren genau dasselbe Verfahren – Ein Cookie oder eine Sitzungsvariable speichert den letzten Besuch und man kann gleich losschreiben ohne daß man sich erst neu identifizieren muß.
Dieses Verfahren in verschärfter Form würde mit de Einführung der Softwarepatente auch in Europa gültig werden. (vgl: http://www.pro-linux.de/news/2003/5864.html)

Zwar ist es die Aufgabe der Marken- und Patentämter, darüber zu wachen, das keine Trivialpatente angemeldet werden, jedoch ist es so, dass diese Ämter ihre Finanzmittel durch

  1. Anmeldungen
  2. Beschwerden gegen Anmeldungen
  3. und

  4. Widerspruchsverfahren

erhalten. Hinzu kommt eine Unterversorgung mit Fachpersonal, welches in der Lage wäre relevante Erfindungen von trivialen Methoden zu unterscheiden, auf die jeder Entwickler während der Arbeit zwangsläufig kommt.

Das Problem liegt nicht im richtigen Gedanken, daran daß die Erfinder von neuen Dingen und Verfahren, die wirkliche eine geistige und wertvolle Schöpfung gemacht haben, dafür eine finanzielle Unterstützung haben sollten.
Das Problem liegt darin, daß beliebige (Trivial-)Patente von großen, finanzkräftigen Unternehmen eingereicht und genutzt werden nur um damit ihre Konkurrenz zu hindern, selbe oder ähnliche Techniken zu nutzen. Ähnlich wie bei den Verwertungsgesellschaften im Medienbereich haben die eigentlichen Entwickler und Erfinder hiervon garnichts mehr; Zumal Arbeitsverträge meist absichtlich so gestellt sind, daß jegliche Erfindung des Arbeitnehmers (auch private) automatisch in den Händen des Unternehmes übergebt, ohne daß es eine besondere langfristige Würdigung gibt.

So gingen auch bereits viele andere Dinge durch die Presse, beispielsweise die Anmeldungen von Patenten auf natürliche Vorgänge in der Genetik des Menschens.

Lange Rede, kurzer Sinn:
Ich möchte darum bitten, sich den Protest gegen die Einführung der Softwarepatente anzuschliessen.
Der Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur, FFII, sowie viele andere Initativen wurden gegründet um hier was zu tun.

Davon unabhängig: In einigen Bundesländern stehen Wahlen vor der Tür. Fragen Sie noch heute die Leute, die Ihnen dauernd vor den Wahlen Zettel in die Hand drücken, wie ihre Position zum Thema ist!
60% aller Deutschen sind im Internet; Nutzen es als Surfer und nehmen mehr oder minder Teil an der Netzkultur in Foren und Chats. Eigentlich jeder nutzt hier und da viele freien Informationsangebote; Sei es zu Reisen, sei es zum Autokauf, für Beruf und Lebensart, oder eben sei es für Software.
Diese freie Kultur des Austausches von Informationen wird bedrohnt durch kommerzielle Interessen; Von Firmen, die zwar eben solche Kultur lobpreisen, jedoch hinter vorgehaltener Hand darin ein zukünftiges Geschäft sehen. Ein Claim den es mit juristischen Tricks auszubeuten gilt.
Fordern Sie von Ihren Lokalpolitiker noch heute, daß diese sich für die Vertretung Ihrer Interessen einsetzen. Lassen Sie sich nicht damit abspeisen, daß es in Brüssel entschieden wird. Jeder Politiker ist Teil einer Partei, die Vertreter in Brüssel hat, welche dort abstimmen.

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