Webworking

Spaltungsgedanken und Ärger um das AbI-Projekt

Am gestrigen Dienstag, den 1.2. hat das AbI-Projekt mit DIN CERTO eine Vereinbarung verkündet bzgl. der Entwicklung einer DIN-Verfahrens zur zertifizierung von barrierefreien Webseiten.
Siehe auch:
Einheitliche Qualitätskennzeichnung für barrierefreie Internetseiten
(leider keine „cool URL“)

Was so harmlos und auf den ersten Blick vernünftig klingt, sorgte für ein Sturm auf der Liste der Unterstützer.

Einige netzbekannte Persönlichkeiten und Anbieter von Dienstleistungen protestierten teilweise öffentlich gegen die Art wie es zu dieser Vereinbarung gekommen ist. Insbesondere deswegen, weil das Zertifizierungsverfahren mit dem DIN CERTO vor einem halben Jahr aufgetreten ist von vielen Fachleute, darunter zahlreiche AbI-Unterstützer, scharf kritisiert worden war.
Dies auch auf dem letzten Treffen in Düsseldorf (REHACARE) .

Viele Unterstützer sehen ihr Engagement für die Barrierefreihet nunmehr durch den Alleingang (?) der AbI-Leitung ignoriert und überlegen offen über den Austritt und der Gründung einer eigenen Initiative.

Eine Mail bringt dies auf den Punkt:
Deshalb stelle ich mir die Frage, welchen Nutzen und welche Bedeutung haben wir für Sie eigentlich. Werden wir überhaupt angehört oder gar Ernst genommen. Wenn der Unterstützer-Button nur Imagewerbung verkörpern soll, egal für wen auch immer, würden auch wir uns fezwungen sehen, diesen zu entfernen und ich gehe davon aus, dass dieses auch einige andere tun werden.

Ein offener Brief von Ansgar Hein & Jörg Morsbach findet sich um Blog von Barrierekompass:
Offener Brief an das AbI-Projekt
Diesen Brief kann ich mich hier auch nur anschließen.

Auch auf der WAI-Mailingliste führte das Vorgehen von AbI, welches zumindest für Unterstützer völlig unvorbereitet kam (vorallem, wenn man weiss wie lang sonstige Entscheidungsprozesse sind!) zu heftigen Diskussionen, die bereits zum Rauswurf von mindestens einem Teilnehmer aus der Liste führte.

Mir scheint, die Kommerzialisierung des Produkts „Barrierefreiheit“ ist nunmehr in vollem Gange.
Einer der ersten Schritte um die Entwicklungskosten dieses Produkts abzusenken, scheint es zu sein, die idealistischen Vorstellungen von Leuten, die die Barrierefreiheit für die Nutzer von Webangeboten wollen mit ihren unbequem gewordenen Vertretern rauszuwerfen…

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